Ist ein Businessplan auch nach der Gründung wichtig?

Auch für langjährige Unternehmen und Grown-ups lohnt es sich, den Businessplan aus der Schublade der Versenkung zu retten und noch einmal einen genaueren Blick hinein zu werfen.

 

Juli 2020


Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, steht nicht selten vor der Herausforderung einen Businessplan zu schreiben. Dafür gibt es mehrere gute Gründe. Mal ist es die Bank, die diesen Plan als Grundlage für die Vergabe von Krediten sehen möchte. Mal sind es Kooperationspartner, Investoren und Förderer, die mithilfe des Businessplans für sich klären wollen, ob es sich für sie lohnt, eine gewisse Menge Geld, Zeit und Know-how in das Start-up zu stecken.

Dass der Businessplan auch dazu dient, die Geschäftsidee zu formulieren und damit die kurz-, mittel- und langfristige Entwicklungsrichtung des Unternehmens abzustecken, gerät spätestens einige Monate nach erfolgter Gründung und der Aufnahme eines regelmäßigen Geschäftsbetriebs in den Hintergrund. Dabei ist er weit mehr als lediglich das Standardinventar in einem Gründerkurs.

Was passiert nach der Gründung mit dem Businessplan?

Besonders in kleinen, mittleren oder Einzelunternehmen landet der oft mit großer Mühe erarbeitete Businessplan irgendwo in einer Schublade, sobald sich in der Firma der erste Alltag etabliert hat. Tatsächlich macht es jedoch mehr als Sinn, ihn alle paar Monate auf ein Neues hervorzuholen und auf den Schreibtisch zu legen.

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Veränderungen geschehen in vielen Bereichen

Wie schnell Veränderungen vonstattengehen können, hat uns gerade erst die Corona-Krise gezeigt. Doch nicht immer überfallen sie uns so offensichtlich von heute auf morgen. Viel öfter ist es der Fall, dass sie schleichend kommen. Man nimmt mal hier in der Branche wahr, dass es jetzt etwas Neues gibt, ein Verfahren, ein Hilfsmittel oder eine gesetzliche Änderung zum Beispiel. Irgendwann später sieht man die ersten Mitbewerber bei ersten Umstellungen im Betriebsablauf. Erst noch einige weitere Zeit später merkt man, dass man plötzlich der Einzige zu sein scheint, der noch nicht auf dieser Welle mitreitet, oder dass der Zug längst abgefahren ist.

Ganz gleich in welcher Branche sich ein Unternehmen befindet, die Entwicklung schreitet stetig voran. Mal geht es um neues Wissen, neue Maschinen und Geräte. Mal um eine Modernisierung der Personalpolitik, weil die neue Generation plötzlich ganz anders tickt. Mal ändern sich Gesetze und Richtlinien.

Alle diese Änderungen passieren selten von heute auf morgen. Stattdessen kündigen sie sich oft mit entsprechenden Vorboten an. Erste Innovationen werden bekannt, erste Studien zur Stimmung der Arbeitnehmerwelt entstehen, die Werte und Vorlieben in der Gesellschaft verändern sich und werden zunehmend lauter im öffentlichen Diskurs.

Auch wenn das Geschäft nach einer kurzen Anlaufphase bereits läuft wie geschmiert oder schon mehrere Jahre gut am Markt unterwegs ist, ist das noch keine Garantie dafür, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Jedenfalls nicht, wenn in genau derselben Art und Weise weitergemacht und entschieden wird wie bisher.

Businesspläne sind Entwicklungspläne

Hier hilft es in regelmäßigen Abständen – alle paar Monate, aber mindestens einmal im Jahr – den Businessplan aus seiner Versenkung hervor zu holen. Zum einen geht es um die Frage, ob das Unternehmen sich überhaupt noch auf dem Kurs befindet, den es ursprünglich einschlagen wollte. Zum anderen geht es darum zu überprüfen, inwieweit die ursprünglichen Rahmenbedingungen heute noch vorhanden sind.

Falls auch nur eines oder sogar beides von der Businessplanung abweicht, wird es allerspätestens Zeit, den Plan auf die neue Situation hin zu anzupassen und ggf. auch im Unternehmen selbst die nötigen Entwicklungsschritte kurz und mittelfristig in die Wege zu leiten, damit langfristig keine bösen Überraschungen lauern.

Der Vorteil an der stetigen Kurskorrektur des Businessplans ist, dass er alle Bereiche des Unternehmens beleuchtet und die Unternehmerin oder der Unternehmer automatisch einen Blick auf das große Ganze und das Zusammenspiel der einzelnen Bereiche legen kann, ohne zu sehr in die Tiefe gehen zu müssen. Außerdem können – je regelmäßiger dieser Einblick vorgenommen wird – schon kleine Änderungen im Unternehmenskurs und in den Rahmenbedingungen sowie mögliche Tendenzen frühzeitig in die mittelfristige Planung übernommen oder langfristig im Blick behalten werden. Das wiederum ermöglicht es auch in kleinen Betrieben, schnell auf moderne und richtungsweisende Entwicklungen zu reagieren und vielleicht sogar vor allen anderen bei innovativen Technologien und Verfahren einzusteigen. 

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